Ausgangssituation:
Aufgrund ständig kürzer werdender
Innovationszyklen nimmt die Vielfalt auf dem Markt verfügbarer Produkte
drastisch zu. Produzierende Unternehmen müssen Ersatzteile sowohl für die
laufende Serienproduktion als auch für ausgelaufene Serien in ausreichender
Menge für einen schwer zu prognostizierenden Bedarf wirtschaftlich
bereitstellen. Denn zum Einen bringt das Endbevorraten über einen langen
Zeitraum hohe Bestands-, Kapitalbindungs- und ggf. Verschrottungskosten mit
sich. Zum Anderen verursacht das Nachproduzieren kleiner Lose auf bereits
anderweitig eingesetzten Maschinen hohe Rüst- und Stückkosten. Wegen des
außerordentlich hohen Wettbewerbs- und Preisdrucks müssen mancherorts hohe
Kosteneinsparungen realisiert werden.
Die Ersatzteillogistik als Teil des After-Sales-Service-Auftritts ist bisher häufig
vernachlässigt worden, da vielen Unternehmen das Marktpotenzial sowie die
Bedeutung für die Kundenwahrnehmung unbekannt sind. Selten werden Strategien
verfolgt, die das After-Sales-Potenzial direkt nutzen.
Zielsetzung:
Ziel des Forschungsvorhabens ist die
Erstellung einer aufwandsarmen, regelkreisbasierten Überprüfungsmethode für kmU
zur Auswahl und kontinuierlichen Anpassung von
Ersatzteil-Bedarfsdeckungs-Strategien. Durch Vergleich der Strategien
Beschaffen, Instandsetzen, Endbevorraten, Produzieren und insbesondere neu
entwickelter oder neu kombinierter Normstrategien mit ganzheitlich bewerteten
Anforderungsprofilen im Hinblick auf Einnahmen und Ausgaben, Chancen und Risiken
sowie nicht-monetären Potenzialen kann für jedes Ersatzteil in jeder
Lebenszyklusphase des Primärproduktes eine geeignete Bedarfsdeckungs-Strategie
ausgewählt werden.
Ergebnisse des Forschungsprojekts:
Ziel des Forschungsprojekts war es, eine aufwandsarme Überprüfungsmethode für mittelständische Unternehmen zur Auswahl und kontinuierlichen Anpassung von Ersatzteil-Bedarfsdeckungs-Strategien zu entwickeln.
Hierzu wurden zunächst die zahlreichen möglichen Strategien zur Ersatzteil-Bedarfsdeckung systematisiert und die Möglichkeiten zur Kombination von Strategien auf ihre Vorteilhaftigkeit untersucht. Dieses Projektergebnis ist als IPRI-Research Paper Nr. 28 erschienen. Die Ersatzteil-Bedarfsdeckungs-Strategien wurden durch ganzheitliche Leistungsprofile beschrieben, des Weiteren wurden Indikatoren ausgewiesen, welche die Eignung der Strategien beeinflussen können.
Diese Ergebnisse wurden in ein Vorgehen zur systematischen Auswahl von Ersatzteil-Bedarfsdeckungs-Strategien eingebettet, welches ausgehend von der Prüfung der Voraussetzungen einen Abgleich der Anforderungen verschiedener Ersatzteile/Ersatzteilegruppen mit den Leistungsprofilen der Strategien ermöglicht. Zusätzlich werden typische Veränderungen, wie bspw. die Abnahme der Bedarfsmengen über die Zeit, berücksichtigt.
Die Ergebnisse wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und mit den Unternehmen des Projektbegleitenden Ausschusses entwickelt um die Anwendbarkeit sicherzustellen. Das entwickelte Vorgehen ermöglicht eine strukturierte Prüfung der Eignung verschiedener Ersatzteil-Bedarfsdeckungs-Strategien für unterschiedliche Ersatzteile.
Laufzeit:
Das Projekt hat am 01.08.2008 begonnen und endete am 31.03.2010.
Das Forschungsprojekt GET wurde für die Laufzeit vom 01.08.2008-31.03.2010 von der Bundesvereinigung Logistik e.V. betreut und durch die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e. V. (AiF) aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.